Das Weinjahr 2016
Unser achtes Jahr im BIO Weinbau

Nach einem frühen Austrieb der Reben, begünstigt durch einen milden Winter, gab es Ende April einen kräftigen Wettersturz mit 3 Frostnächten, begleitet von Schnee. Die noch zarten Triebe der Reben erfroren, im Schnitt 80% der erwarteten Ernte ging verloren. Die Reben trieben zwar wieder neu aus, wurden wieder grün, waren aber ziemlich geschwächt. Zusätzlich begünstigte feucht-warmes Wetter im Sommer das Auftreten von Pilzkrankheiten auf den Reben.
Die verbleibenden Trauben erreichten sehr gute Qualität, aber die vielen leer gebliebenen Fässer im Keller stimmen uns doch traurig.
Es wird deutlich weniger Wein, vor allem "Steirische Klassik", als sonst geben, un dennoch haben wir uns gegen den Zukauf von ausländischen Trauben entschieden.
Die ca. 2000 kg Trauben, die wir von unseren langjährigen, noch nicht bio-zertifizierten Traubenlieferanten aus Kapfenstein erhalten haben, sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Aus dem Jahr 2016 wird es keinen "Muscaris" und keinen Morillon "Steirische Klassik" geben. Bei den Rotweinsorten, die ca. 50% unserer Rebflächen besetzen, ist die Situation etwas entspannter. Da die Ernten von 2014 und 2015 noch im Keller reifen, gibt es bei Zweigelt, OLIVIN, HERMADA und Pinot noir in den nächsten zwei Jahren keinen Engpass. Auch die weißen Lagenweine aus dem sehr spannenden Jahrgang 2015 kommen ab Mai in Verkauf.
Und sie vermitteln schon sehr viel Verkostungsspaß!
               Georg Winkler-Hermaden



Der erste Jahrgang Muscaris
Mit dem neuen Jahrgang 2015 ist nun auch der 1. Jahrgang Muscaris verfügbar!

Die Weißweinrebsorte Muscaris entstand 1987 in Deutschland durch eine Kreuzung aus Solaris und Gelber Muskateller. Die Besonderheiten dieser Rebe sind der Geschmack und Geruch, der dem Gelben Muskateller nahe kommt, wobei sich die Sorten trotzdem klar unterscheiden, da diese neue Kreuzung meist deutlich höher im Alkohol liegt.
Ein entscheidender Vorteil ist, dass diese Züchtung resistent gegen die Hauptpilzkrankheiten Peronospera und Oidium ist! Dadurch können wir auf gut die Hälfte der Pflanzenschutzmaßnahmen (Spritzungen) in diesem Weingarten verzichten.
Aus den oben genannten Gründen entschieden wir uns, diese Sorte im Jahre 2011 auf den Kapfensteiner Hängen anzupflanzen.
Nach 4 Jahren war es dann so weit und wir hatten den ersten Ertrag von rund 800 kg mit einer Reifegradation von 18,5° KMW. Nach einer kurzen Maischestandzeit wurden die Beeren gepresst und der Saft kam in den Edelstahltank um das sortentypische Aroma zu bewahren.

Der Wein präsentiert sich mit intensiven Noten von Veilchen, Minze und etwas weißem Pfeffer, eleganter Körper mit lebendiger Säure.

Lesetipp: Wein der Woche im Genuss-Magazin






25 Jahre OLIVIN
Seit Ende der 70er Jahre beschäftigte ich mich stärker mit Rotwein, auf der einen Seite beim Ausbau der eigenen Weine, aber auch bei der Verkostung von Spitzenweinen aus den besten Weinregionen.

Im Betrieb waren zu dieser Zeit schon  ältere Rotweinanlagen, von meinem Vater gepflanzt. Es war damals ausschließlich die Sorte Zweigelt, die allgemein als einfacher Wein gesehen wurde. Ich war einer der ersten in Österreich, der an das Potential dieser Sorte glaubte und auch mehr daraus machen wollte. Ab dem Jahrgang 1988 setzte ich sehr konsequent den Qualitätsgedanken vom Weingarten bis zum Keller um: kleinere Erträge, höhere Qualität der Trauben durch kurzen Schnitt,  Ausdünnen der Trauben, verstärkte Laubarbeit. Die Maischegärung im Tank und Säureabbau wurden optimiert, der Wein wurde in Barriques aus eigenem Eichenholz ausgebaut. Das Holz stammt aus dem eigenen Wald, gewachsen auf dem gleichen Boden auf dem auch unsere Weinstöcke wurzeln.

So steht es auch ein wenig geheimnisvoll auf der Flasche:"Grüner Kristall im Vulkangestein vereint Rebe und Eiche im Wein".

Der Name OLIVIN soll noch einmal die Herkunft des Weines, das Terroir betonen. Die Zeit bleibt nicht stehen, es gibt eine ständige Weiterentwicklung des Weines. War es in den 80er und 90er Jahren die Kellertechnologie, die mich sehr beschäftigte,so ist es in den letzten Jahren wieder verstärkt die Rebe, der Weinstock, dem ich und mittlerweile auch meine Söhne Christof und Thomas verstärkt unsere Aufmerksamkeit widmen.

Eine konsequente Weiterentwicklung in dieser Hinsicht ist auch der Entschluß, unsere Weingärten biologisch zu bewirtschaften. Der 25. Jahrgang OLIVIN von der Ernte 2012, unser Jubiläumswein, ist auch zugleich der erste biologisch zertifizierte OLIVIN.
Georg Winkler-Hermaden

Lesetipp: 25 Jahre Olivin



"Gib jedem Tag die Chance,
der schönste deines Lebens zu werden"
- Mark Twain