Herz-Christi-Kapelle
Die Herz-Christi-Kapelle auf dem Kapfensteiner Kogel steht im Eigentum der Familie Winkler-Hermaden. Sie ist eine Stiftung der Helena von Lengheim und wurde um 1700 erbaut.
Der erste Ablass ist für das Jahr 1703 belegt, die erste Messlizenz wurde 1706 ausgestellt. Damit ist diese kleine Kapelle die früheste Zeugin für die Herz-Jesu-Verehrung in der Steiermark.

Ab 1714 wird die Kapelle auch als Filialkirche von Trautmannsdorf bezeugt, seit 1779 als Filiale von Kapfenstein. Die liturgischen Handlungen wurden 1835 eingestellt, der Bau 1891 profaniert, jedoch 1963 nach einer durchgreifenden Renovierung wieder als Kapelle hergestellt. Der unter der Kapelle befindliche Begräbnisraum für Mitglieder der Burgbesitzer ist bis auf den heutigen Tag in Verwendung.

Von der Ausstattung aus der Bauzeit haben sich lediglich das Gebäude selbst und der Hochaltar erhalten. Die Kapelle ist ein geräumiger Rundbau mit zentralem Dachreiter. Die zwei dort zuletzt befindlichen Glocken von Karl Feltl aus dem Jahr 1869 wurden 1917 für Rüstungszwecke eingezogen. Die neue Glocke wurde erst 2001 aufgezogen.

Der barocke Hochaltar zeigt in der Mitte ein Kreuz, unter dem Korpus Christi befindet sich das stiliseirte Leidensherz Christi, flankiert von den Statuen der hl. Maria und Johannes. Die Kreuzweg-Bilder von 1767 sind nicht erhalten. Die etwa gleich alte kleine Orgel befindet sich seit 1869 in der Dorfkapelle Frutten und ist dort erhalten geblieben.
Vor dem Altaraufbau gelangt man durch eine Bodenöffnung in den Gruftraum unter der Kapelle, der ähnlich einer Krypta angelegt ist. Hier befinden sich Gedenktafeln und Grabstätten verschiedener Familienangehöriger der Burgbesitzer von Kapfenstein aus der jüngeren Zeit, während ältere Bestattungen nicht mehr vorfindig sind.


Auszug aus der Kapfensteiner Gemeinde Chronik